Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche

Die Tagundnachtgleiche im Frühjahr ist nach der Frühjahrsgöttin Ostara benannt. Ostara soll die Göttin des strahlenden Lichts und des wieder erwachten Frühlings sein, die endgültig die Lebensgeister in uns weckt. Von einer Göttin namens Ostara lässt sich jedoch nichts nachweislich finden, weder in der isländischen Dichtung der Edda noch in der skandinavischen Skaldendichtung Hinweise auf eine Göttin, die einer angelsächsischen Eostrae entsprechen könnte.

Wie auch immer, die Natur feiert ihre alljährliche Wiederauferstehung und wir sehnen uns nach der zunehmenden Kraft der Sonne, nach ihrer Wärme und ihrem Licht. Der Winter weicht dem Frühling, die Tiere sind für die Paarung bereit, neues Leben wächst auch im Leib der Erde heran. Ein Fruchtbarkeitssymbol ist das rot gefärbte Ei. 

Mutter Erde entfaltet ihre unendliche Schönheit. Es blüht und grünt und die Pflanzen wachsen durch das Erdreich hinaus ans Licht. Die geballte Energie der Natur ist nur in diesen Tagen des Wachstums und Neubeginns so stark zu sspüren. Das Neue schafft sich seinen Raum. Die Dunkelheit zieht sich zurück und in jeder einzelnen Zelle des Körpers ist zu spüren: Der Frühling ist da!

Frühlingsfeste wurden seit jeher ausgelassen und euphorisch gefeiert. Noch heute brennen überall die großen und kleinen Osterfeuer, an denen sich Freund*innen zusammenfinden und sich gemeinsam daran erfreuen, dass nun die Kälte der Wärme weicht, das neues Leben beginnt und die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht.

Die Energie dieser Zeit gibt uns Kraft, etwas Neues zu beginnen und uns hinauszuwagen.

Wir werden an diesem Abend unserer Vision von Brigid noch einmal nachspüren. Braucht es noch etwas, damit wir sie leben können? Welcher Samen soll nun aufgehen?

 

 

Mit Ostara werden auch politische Ideologien in Verbindung gebracht, die wegbereitend für national-sozialistische Ideen waren. Wenn wir also von einer Göttin namens Ostara sprechen und ein freudiges Frühlingsfest mit ihr feiern wollen, möchte ich unbedingt auch auf eine nach dieser angeblich germanischen Frühlingsgöttin benannte Schriftenreihe verweisen:

Die Ostara war eine von 1905 bis 1917 von dem österreichischen Ariosophen Jörg Lanz von Liebenfels publizierte und zum größten Teil selbst verfasste Schriftenreihe, die von einem hochgradigen Rassismus geprägt war und zumindest in Wien eine gewisse Verbreitung fand.

Den Schriften wurde aufgrund der 1958 von Wilfried Daim aufgestellten These, dass Adolf Hitler sie gelesen habe und daher von ihren Inhalten nachhaltig beeinflusst gewesen sei, zeitweilig eine große historische Relevanz zugesprochen. Ein bedeutender Einfluss auf Hitler wird in neuerer Zeit jedoch relativiert. Ab Heft 19/20 bezeichnete sich die Ostara als die einzige und erste rassenwissenschaftliche Zeitung, die die Ergebnisse der Rassenkunde tatsächlich in Anwendung bringen will, um die sozialistischen und feministischen Umstürzler zu bekämpfen und die arische Edelrasse durch Reinzucht vor dem Untergang zu bewahren. Ab Heft 70 lautete die Selbstbeschreibung: Die Ostara ist die erste und einzige illustrierte arisch-aristokratische Schriftensammlung, die in Wort und Bild den Nachweis erbringt, dass der blonde heldische Mensch der schöne, sittliche, adlige, idealistische, geniale und religiöse Mensch, der Schöpfer und Erhalter aller Wissenschaft, Kunst und Kultur und Hauptträger der Gottheit ist. Alles Häßliche und Böse stammt von der Rassenmischung her, der das Weib aus physiologischen Gründen mehr ergeben war und ist als der Mann. Die Ostara ist daher in einer Zeit, die das Weibische und Niederrassige sorgsam pflegt und die blonde heldische Menschenart rücksichtslos ausrottet, der Sammelpunkt aller vornehmen Schönheit, Wahrheit, Lebenszweck und Gott suchenden Idealisten geworden.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostara_(Zeitschrift)