SELBSTVERSTÄNDNIS

Ich erwarte ein klares JA zu meinem Angebot. Solltest du dir unsicher sein oder Zweifel hegen, nimm dir Zeit zum Überlegen. Es gibt ja noch andere Termine. Überlege dir, ob du dich an den Wochenend-Camps oder der Schamanisch inspirierten Online-Jahresbegleitung wirklich einbringen und Teil dieses Frauenkreises sein möchtest. Mit einem „JA. Ich möchte mir ein ganzes Wochenende lang bzw. ein ganzes Jahr lang Zeit für mich selbst nehmen und mich mit den anderen Frauen verbinden, meine Prozesse in der Gruppe teilen“, bist du hier genau richtig und herzlich willkommen.

Wir zeigen uns über das „authentische Teilen“ gegenseitig in unseren Prozessen, ruhen aus und SIND gemeinsam miteinander; reisen schamanisch und begehen gemeinsam Rituale. Ich werde dich durch diese Zeiten schamanisch inspiriert dabei begleiten, deine Alltagshaut abzulegen, runterzukommen, auszuruhen und dich deinem mitgebrachten Thema  bzw. den Zeitqualitäten der Jahreskreisfeste anzunähern und deinen Antworten zu lauschen. An den Präsenzwochen(enden) wirst du in der Jurte oder unter freiem Himmel schlafen und am Feuer kochen oder bekocht werden sowie trotz Frauenkreis, auch viel Raum für dich selbst in der Natur haben.

Folgendes Selbstverständnis gilt für diese gemeinsame Zeit:

Wir achten und respektieren den Platz und alle Wesen, die an ihm leben. Wir sind dort Gäste und verlassen diesen Platz aufgeräumt,  ohne Spuren zu hinterlassen.

Wir betreten den Raum bewusst und achtsam, in dem wir kurz innehalten und schweigend eine (imaginäre) Schwelle übertreten oder durch ein (imaginäres) Tor schreiten.

Wir öffnen zu Beginn gemeinsam den Raum der unendlichen Möglichkeiten und schließen diesen am Ende auch in Dankbarkeit wieder miteinander.

Die Zeit ist flüssig. Smartphones und Uhren bleiben in den Rucksäcken, Alltagsgespräche lassen wir draußen. Kommen sie auf, erinnern wir uns gegenseitig wohlwollend daran, im Moment zu bleiben. Wir alle sind Lernende.

Alkohol und andere halluzinogene Substanzen sind in dieser Zeit tabu.

Unser Kochfeuer ist heilig. Weder Zigarettenreste, noch Abfälle oder Papier gehören in dieses. Wir ehren damit das Feuer, das uns wärmt, nährt, schützt, transformiert und um das wir uns versammeln.

Wir vermeiden Müll, essen biologische, vegetarische und/oder vegane Nahrungsmittel und danken den Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde für unsere Mahlzeiten.

KOMMUNIKATION: Wir kommunizieren authentisch, wertfrei, gewaltfrei und bleiben immer bei uns; spüren in uns hinein und sprechen darüber, was JETZT, in diesem MOMENT da ist. Dafür nutzen wir einen Redestab. Nur wer diesen hat, spricht. So entstehen Pausen zwischen den Redebeiträgen, die Raum zum Nachdenken und Hinspüren ermöglichen. Diesen leeren Raum dürfen wir (aus)halten und genießen lernen, statt ihn füllen zu „müssen“.

Wir sprechen nur über das, was uns gerade bewegt. Jede behält den Stab so lange, bis sie nichts (mehr) sagen möchte. Sie kann sich mit dem Stab auch Stille nehmen, um sich zu spüren oder vorher Gesagtes nachklingen zu lassen. Auch diese Stille und Pausen dürfen wir (aus)halten und schätzen lernen, denn sie geben uns Kraft.

Einander wohlwollend zuzuhören, ohne etwas sagen zu „müssen“ oder zu „können“ lässt uns erfahren, wie es ist, Raum zu bekommen und sich in diesem gesehen und gehalten zu fühlen. Das einander zugewandte und wohlwollende Zuhören ist wohltuend für alle. Gesagtes darf unkommentiert im Raum stehen bleiben und nachwirken. Alles, was an diesem Wochenende geteilt und erlebt wird, ist sicher und bleibt auch in diesem Raum.

Ratschläge geben wir nur dann, wenn sie gewünscht sind.

Wenn Tränen fließen, halten wir den Raum, ohne zu trösten oder zu berühren. Wenn Trost gewünscht ist, wird diejenige darum bitten. Das bedeutet auch, den eigenen Schmerz halten zu lernen. Von klein auf lernen wir in unserer Kultur, Schmerz entweder „wegzudrücken“ oder nicht spüren zu müssen, in dem wir jemand anderen trösten, der unseren Schmerz mit seiner Geschichte sichtbar werden lässt. Du kannst hier die Erfahrung machen, wie heilsam es sein kann, sich mit seinem Schmerz in einem geschützten Raum zu zeigen und von den anderen gehalten zu werden, ohne dass eine etwas sagt oder tut.

Wir erfahren, dass es möglich ist, uns in einer Gruppe zu verbinden und dabei gleichzeitig auch bei uns selbst bleiben zu können, ohne dafür aus der Situation gehen zu müssen. Es entsteht ein geschützter Raum, in dem jede die aufkommenden Emotionen und Beschreibungen aus(halten) und durchleben bzw. durchfühlen kann. Diesen respektvollen, besonderen Raum halten wir über die ganze Zeit bei den Treffen gemeinsam. Das ist magisch.

Bitte lasst eure Hunde und Kinder wohlbehütet und gut versorgt zuhause.

Dieses Selbstverständnis, das aus meinen bisherigen Erfahrungen in Frauenkreisen entstanden ist, ermöglicht allen, einen sicheren und geschützten Raum. Ich erlaube mir deshalb, uns immer wieder daran zu erinnern oder zurückzuholen, wenn wir in unsere gewohnte Kommunikation zurückfallen.

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Das Manifest unserer weltweiten Schwesternschaft (nach Awakening Women Institute / Chameli Ardagh)

Ich verspreche, offen und ehrlich mit dir zu sein.
Ich verpflichte mich, für mich selbst Verantwortung zu übernehmen.
Ich werde um Unterstützung bitten, wenn ich sie brauche.
Ich werde um Zeit für mich alleine bitten, wenn ich sie brauche, und das hat nichts mit dir persönlich zu tun.
Ich werde nicht versuchen, dich zu retten.
Ich werde dir zuhören.
Ich werde das, was du mir erzählst, vertraulich behandeln und es nicht weitererzählen. Ich werde hinter deinem Rücken nicht schlecht über dich sprechen.
Ich feiere deine einzigartige Schönheit und deine Gaben.
Ich werde mich selbst nicht zurückhalten, um dazuzugehören, und ich werde dich darin bestärken, das Gleiche zu tun.