Wie ich arbeite

Meine Arbeit in und mit der Natur lebt von der Kraft des Sich-Berühren-Lassens, vom Zauber des Zusammenwirkens, vom lebendigen Kontakt und der Resonanz zwischen Mensch und Raum.

Dieses Miteinander und AllEINsSEIN geht in dem alltäglichen Sog von Beschleunigung, Digitalisierung und Individualisierung immer wieder ganz schnell verloren. Wir fühlen uns oft abgetrennt, gehetzt, leer und nicht im Einklang mit uns selbst.

Deshalb ist es mir ein Anliegen, mit euch gemeinsam Räume zu öffnen, in denen wir unsere Alltagshaut ablegen, um uns ganz pur und durchlässig in ihnen begegnen zu können. Es entsteht ein Raum in Frauen*kreisen , in dem wir nichts wissen müssen und stattdessen gemeinsam lauschen, staunen, lachen, singen, spielen, uns berühren, austauschen und rückbesinnen können.

4 Tage und 3 Nächte tauchen wir gemeinsam in die uns umgebende Natur ein, in der wir uns geborgen und mit ihr verbunden fühlen

Ein zentraler Punkt unseres MiteinanderSeins ist das Feuer. Es ernährt, wärmt und nährt uns, hält uns zusammen – erzählend und uns gegenseitig zuhörend.

Alltagsthemen bleiben bewusst draußen. Hier geht es um das bewusste Einlassen, auf das Erleben des Momentes. Die Zeit scheint stehenzubleiben oder wir scheinen aus ihr herauszufallen.

Wir leben scheinbar in den Tag hinein, ohne fest vorgegebenes Programm, und gleichzeitig erleben wir diesen viel intensiver. Was ihr dafür tun dürft? Ihr dürft euch vertrauensvoll auf die Prozesse einlassen, durch die ich euch liebevoll und respektvoll führen und begleiten werde. Mehr braucht es dafür nicht. Alles andere kommt.

Ich freue mich darauf, euch wahrnehmend, lauschend und den unterschiedlichen Bedürfnissen folgend, schamanisch inspiriert begleiten zu dürfen und euch für den Dialog mit den Naturkräften, die persönliche Prozesse unterstützen, zu öffnen. Was ihr dann aus dieser besonderen Zeit für euch mitnehmt, liegt an euch.

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Ich bin zurück von einem intensiven und tiefen Wochenende mit wundervollen Frauen, in einem wertschätzenden Frauenkreis in der Natur. Das Thema der 4 Tage am Meer war: „Den Übergang vom Mädchen* zur Frau* nachholen“ … Im Moment bin ich sehr dankbar für all das, was sich in den 4 Tagen gezeigt hat und für das Vertrauen, das mir die Frauen immer wieder entgegenbringen. Es wirkt noch stark nach und braucht Raum in mir. Einen kleinen Einblick möchte ich dennoch gern mit euch teilen, auch wenn dieser lange nicht das zeigt, was alles da sein durfte und wie uns die Elemente, unsere freien Ahn*innen und die uns wohlgesonnenen helfenden Wesen unterstützt haben. Spannend fand ich auch, wie die Menschen, die nicht wussten, was wir da machen, auf uns reagiert haben.

Tag 1

Ankunft am Treffpunkt. Gemeinsam wandern wir mit all dem Stuff zu unserem Platz, an dem wir 4 Tage lang unser Lager aufschlagen werden. Angekommen am Platz, geht es zur Begrüßung und zur Erfrischung erst mal ins Meer.

Gemeinsam öffnen wir den besonderen Raum der unendlichen Möglichkeiten, laden die wohlwollenden Elemente, die uns unterstützenden helfenden Wesen sowie unsere freien Ahn*innen ein und bitten die Elementarwesen, Tiere, Pflanzen, Steine … darum, uns an diesem Platz willkommen zu heißen, teilen ihnen unsere Absicht mit, den Platz zu hüten und in Ehren zu halten.

In der ersten gemeinsamen Runde stellen wir uns gegenseitig vor und lassen uns daran teilhaben, aus welchem Grund, mit welchen Fragen/Themen jede* in dieses Wochenende geht. Organisatorisches wird besprochen, z.B. dass Handies und Uhren tief in den Rucksäcken verstaut bleiben. Wir lassen uns auf 4 Tage ohne Zeitvorgaben ein, orientieren uns am Stand der Sonne und der Mondin.

Nun wird das Lager aufgebaut, Feuerholz gesammelt, gesägt und gespalten, damit wir in unserem „heiligen“ Kochfeuer ein Abendessen kochen können. Das Feuer entzündet eine von den Frauen, die so etwas zuvor noch nie gemacht hat.

Nach dem Essen bekommen alle Frauen eine Massage. Später sind sie mit der ersten Aufgabe unterwegs. Sie lassen sich von einem Platz finden und steigen dort noch mal in die Zeit ihrer Pubertät ein:
Was trug dich in dieser Zeit? Wie hast du die körperliche Veränderung wahrgenommen? Wie war deine erste Blutung, dein erster Sex? Was taucht in dir auf, wenn du dich in die Zeit deiner Pubertät zurück versetzt? Wen gab es, der dich durch diese Zeit begleitet hat? Was hättest du dir damals unterstützend gewünscht? Die Frauen sollen etwas mitbringen, was ihnen unterwegs begegnet.

Dann finden wir uns zu einer letzten Runde für den ersten Tag am Feuer zusammen. Wir tauschen uns aus:
Was kam dir? Was hast du mitgebracht? Wie geht es dir jetzt körperlich? Was benötigst du gerade? … Am Horizont geht die fast noch volle Mondin feuerrot auf. Und unsere Herzen öffnen sich weit bei diesem magischen Anblick.

In der ersten gemeinsamen Nacht unter freiem Himmel in diesem Frauenkreis, mit der Mondin über uns, die ihre Bahn vom Osten in den Westen ziehend über uns wacht, sind die Frauen angehalten, auf ihre Träume zu achten.
 
 

Tag 2

Ein wunderschöner Sonnenaufgang weckt uns schon ganz früh. Jede* steht auf, wann ihr danach ist. Es ist Raum für einen entspannten Start in den Tag – Schwimmen im Meer, Yoga, Gedanken nachhängen, Feuer entfachen für einen Morgenkaffee und Frühstückshirse …

Nach dem Frühstück tauschen wir uns darüber aus, was uns im Moment bewegt, teilen unsere Träume der letzten Nacht und besprechen, was wir gerade brauchen. Themen des heutigen Tages sind GRENZEN & VERTRAUEN.

Den Frauen, und auch mir, ist nach viel Ruhe und Zeit, um Gedanken sortieren und in das Thema „Pubertät“ eintauchen zu können. So ist heute jede Frau mit ihren eigenen Themen unterwegs, genießt das Meer, die Sonne und die freie Zeit mit sich selbst und geht in den Austausch mit den anderen Frauen. Das Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf ist groß. Das erneute Eintauchen in das Thema „Pubertät“ fordert sehr viel persönlichen Raum ein.

Abends kochen die Frauen gemeinsam ein leckeres Linsendahl und erspüren danach in gemeinsamen Übungen, wie es um ihre eigenen Grenzen steht und wo sie evtl. die Grenzen anderer unbewusst übertreten oder sich selbst schon zu früh zurücknehmen.

 

Tag 3

Heute ist Ritualtag.

Nach dem gemeinsamen Frühstück, der morgendlichen Runde über die momentanen Befindlichkeiten und Bedürfnisse, dem Miteinanderteilen unserer Träume und Gedanken, die über Nacht kamen und nach dem Aufräumen des Lagers, gab es eine kleine Planänderung. Das Thema WUT, die bei einigen Frauen unter einer tiefen Trauer verborgen liegt, zeigte sich mehrfach. Deshalb entschied ich mich für eine WUT-Übung, bei der die Frauen laut äußern, was sie alles wütend macht, während sie mit einem Stock auf einen großen Stein einhauen. Die anderen Frauen bekräftigen durch lautes Zurufen, dass auch sie diese Wut berechtigt finden.

Neue Energien, jedoch auch Tränen fließen, während die Frauen sich von diesen inneren Blockaden befreien. Die Menschen am Strand schauen unverholen, manche bleiben mit offenem Mund stehen und schauen interessiert, was die schreienden wilden Frauen da treiben. Ein junger Mann kommt später sehr respektvoll auf uns zu und fragt uns, auch im Namen seiner Freunde, was wir hier denn machen würden.

Eine nächste Übung ist, den anderen Frauen zu erzählen, wofür und von wem eine sich Anerkennung gewünscht hätte. Auch hier schenken die Frauen sich gegenseitig Anerkennung für das, was die Frau geleistet hat, die gerade berichtet. Es fließen viele Tränen, doch es wird auch viel gelacht.

Zwischendrin gibt es immer wieder Raum für Pausen, für ein erfrischendes Bad im Meer, bei dem die Frauen wie Delfininnen durchs Wasser springen und ausgelassen spielen, lachen und toben. Auch hierbei werden wir immer wieder argwöhnisch, von einigen Menschen jedoch auch Respekt bekundend, beobachtet.

Nach dem Essen wollten wir uns spielerisch den für heute geplanten Themen widmen: KÖRPERIN & SEXUALITÄT (für das Thema Sexualität reichte die Zeit leider nicht mehr, die Tage sind immer zu kurz).

Die Badegäste verließen langsam den Strand, es wurde ruhiger und so fanden wir uns am Feuer ein, um unsere Körperinnen zu verehren.

Dafür zog sich jede Frau so weit aus, wie es sich für sie gut anfühlte und nannte 5 Merkmale, die sie an ihrem Körper schön findet. Danach durfte jede Frau benennen, was sie an diesem Körper sieht und schön findet. Es war für einige Frauen nicht leicht, sich dieser Körperinverehrung, sich den Blicken der anderen Frauen zu stellen. Und wann kann Frau schon mal eine andere Frauenkörperin so dirket und bewundernd ansehen, ohne nur ganz verstohlen einen Blick zu erhaschen?

Nun sollten sich die Frauen noch einmal an einen ruhigen Platz zurückziehen, um sich gedanklich mit den gestern erinnerten Strategien zu verbinden, die das kleine Mädchen entwickelt hat/ entwickeln musste, um überleben zu können bzw. gut durch diese Zeit der Abhängigkeit von Eltern und anderen Bezugspersonen zu kommen.

Von diesen Strategien, die für uns als Kind hilfreich waren, die uns heute aber oft im Weg stehen, verabschiedeten wir uns in einem gemeinsamen Ritual dankbar. Dafür hatte jede etwas mitgebracht, was sie mit ihrer Kindheit/Pubertät verbindet und das sie, schweren Herzens, dem Feuer übergab, während die Trommel den Transformationsprozess begleitete. Auch hier flossen viele Tränen. Das Meer war den ganzen Tag lang ganz ruhig, zum Abschluss des Rituals jedoch, brauste es für ein paar Minuten heftigst auf. Danach war es bis zum nächsten Morgen wieder ruhig wie ein See. Wir spürten dankbar und mit einer leichten Gänsehaut die Unterstützung der Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft und sangen noch am Feuer, bis sich jede (die meisten waren sehr erschöpft) schlafen legte.

Ich saß noch eine Weile, zu wach und noch voller Energie, von der vollen Mondin beschienen im Sand und schaute aufs Meer hinaus,  ließ dankbar dieses kraftvolle Ritual in mir nachwirken, bevor auch ich mich von den sanften Wellen in den Schlaf wiegen ließ.

 

Tag 4

Heute wirken die Frauen fröhlich, leicht und verspielt. Das Ritual hat ihnen merklich eine Last genommen. Wir frühstücken ausgiebig und reichhaltig und tauschen uns darüber aus, wie es ihnen heute geht und wie die Nacht für sie war, was sie geträumt haben.

Für heute habe ich mir überlegt, einige Übungen zu machen, die mit der Kraft zu tun haben, die in uns steckt. Unsere Körper-Übungen im Sand werden von den Strandbesuchern wieder genau beobachtet – was tun die da nur, scheinen sie sich zu fragen.

Keine Gruppe ähnelt der anderen, deshalb sind auch die Aufgaben und Übungen jedes Mal unterschiedlich. Dafür mache ich mich leer und schaue, was der Spirit mir an Impulsen gibt. Jedes Mal gab es bisher etwas, das ich als eine kleine Auflockerungsübung sah und was in einer Frau etwas öffnete, womit ich nicht gerechnet habe. So kam auch an diesem Wochenende bei zwei Frauen ein Gewaltthema hoch, das angeschaut werden wollte und den Zeitplan nach hinten verschob.

Dann widmeten wir uns dem Thema: „Was ist meine Lebensaufgabe?“. Diese haben wir dann, rituell, in Form eines Lebensvertrages laut unter der Zeugenschaft unseres Kreises bekundet. Danach hat jede dieses Gelöbnis durch eine Taufe im Meer besiegelt.

Nun galt es, sich schön zu machen und als ermächtigte Frau in den Kreis zu treten. Jede Frau fand sich auf dem „Königinnenstuhl“ ein, um zu hören, wie sie von den anderen Teilnehmenden gesehen wird. Das aushalten zu können, fällt uns Frauen oft überhaupt nicht leicht, um so wichtiger, dass wir es lernen.

Dann wurde es Zeit für eine letzte gemeinsame Mahlzeit, das Camp abzubauen und eine Feedbackrunde, bevor es daran ging, den Raum wieder zu schließen und sich vom Platz zu verabschieden, in dem wir ihn schöner verließen als wir ihn vorfanden.

Den Rückweg traten wir über die Schwelle bzw. durch das Tor an, durch das wir den Raum betraten und nahmen die beschwerlichere Abkürzung, in dem wir mit all unseren Stuff die Steilküste erklommen.

3 Stunden später als geplant, verabschiedeten wir uns am Parkplatz voneinander. Beseelt, erfüllt und doch auch etwas müde kam ich in der Nacht wieder zuhause an.