Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende ist die tiefste und längste Nacht des Jahres und wird auch MUTTERNACHT genannt. In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde das Licht. Die Geburt der Sonne steht für den Neubeginn allen Lebens. Der Kreislauf des Jahres beginnt von vorn. Das Licht triumphiert über die Dunkelheit.

Für manche Menschen beginnt schon mit der Wintersonnenwende die Zeit der Rauhnächte.

Der Winter war für die Menschen früher eine gefährliche Zeit, jeder Winter war auch ein Kampf um das Überleben. Würden die Vorräte reichen? Hatten sie genügend Brennholz? Verschonten sie die bösen Geister und Dämonen und überlebte das Vieh? Das Fest der Wintersonnenwende schenkte ihnen Mut, Hoffnung und Kraft. Die Nacht ist noch lang, kalt und dunkel. Doch das Licht ist bereits da, das konnten sie bereits spüren und das war Anlass für ein ausgelassenes Fest.

Mit der Nacht der Wintersonnenwende kehrt die Stille ein. Mit den Rauhnächten folgen Reinigung,  Rückschau, eine Zeit der Segnung und der Weihung dessen, was auf uns zukommt. Es ist die Zeit der Rückbesinnung auf das alte und der Vorbereitung auf das neue Jahr. Die Kraft der Ahnen ist deutlich spürbar. Sie begleitet uns durch die Zeit außerhalb der Zeit.

Das Kommende, Neue liegt bereits als Samen in unserem Schoß und wird in diesen Tagen behütet und genährt, auf dass es im Frühling stark und leuchtend ans Licht kommen kann .

In der Nacht der Wintersonnenwende erfüllt sich das Versprechen der Wiedergeburt allen Lebens.

Die Wintersonnenwende ist ein fester Bestandteil der Jul-Zeit, die Zeit der Wilden Jagd. Dieser Ritt durch die Nächte, samt dem wilden Herr, heißt in einigen Regionen auch heute noch Jolareidi. Dieser Begriff erinnert stark an das dort gebräuchliche Jodeln, mit welchen in den Alpenlanden noch heute die Percht gerufen wird.

Die Percht hat viele Namen. Frau Holle, Perchta, Berchta, Holda oder Frau Gode sind nur einige davon.

 

Diese Nacht dürfen wir nutzen, um Licht in das Dunkel zu bringen. Wir setzen uns mit der Dunkelheit auseinander. Fürchten wir uns nicht davor, die dunklen Aspekte unseres Lebens zu beleuchten und zu hinterfragen. Wenden wir uns dem Dunklen in uns zu. Es ist Zeit, alle Seiten unseres Seins zu akzeptieren. Arbeiten wir mit unseren Schatten, statt sie zu verdrängen. Geben wir ihnen den Raum, den sie benötigen um sich aufzulösen. Wir können in der Dunkelzeit die geistige Welt bitten, uns dabei zu unterstützen.

Die Natur schweigt und ruht und lässt nach der Nacht der Wintersonnenwende das Licht wieder aufsteigen. Machen wir es ihr nach. Räumen wir auf, bringen wir Dinge zu Ende und vergessen bei all dem nicht, für all das dankbar zu sein, was das Leben uns geschenkt hat.

Das Wintersonnenwendfeuer symbolisiert die Wiedergeburt der Sonne aus dem heiligen Schoß der Mutter Göttin.

Termin: 21.12.2020